In letzter Zeit häufen sich – IMHO – explizite Darstellungen in ambitionierten Filmen. Vielleicht ist das ja wieder nur eine Phase, so wie in den 70ern. Hoffentlich nicht. Zwei nicht so brandneue aber auf jeden Fall sehenswerte Filme haben es uns besonders angetan.
Hilft Selfsucking gegen Burnout? Die Antwort gibt's im Film Shortbus. Mehr nach dem Klick. (Quelle: Shortbus)
Shortbus spielt in New York und erzählt die Geschichten von verschiedenen Leuten, die sich alle früher oder später in einem kleinen Club gleichen Namens treffen. Transe, lesbische Domina, schwules Couple mit Liebhaber und Paar-Therapeutin werden begleitet und haben alle irgendwie Probleme mit dem Sex. Absolut empfehlenswert nicht nur wegen der unglaublichen und realistischen Self-Suck-Szene (Bitte nur nach ausführlichem Rückentraining nachmachen!).
Einer der schönsten Blowjobs, die man in einem Film sehen kann. Mehr nach dem Klick. (Quelle: 9 Songs)
In 9 Songs (Amazon) kann die geneigte Zuschauerin eine kurze Geschichte eines Paares beobachten. Die Spiele der beiden werden nur von Rückblenden zu einem Konzert unterbrochen auf denen die Band 9 (schlechte) Songs spielt. Die Sex-Szenen gehören allerdings zu den besten, die es im normalen Kino gibt. Insbesondere der Blowjob hat schon einen Oscar verdient.
Disclaimer: Wir von subcomandante verdienen kein Geld, wenn jemand über unsere Links bei Amazon die Filme kauft. Wir finden allerdings, dass es solche Filme verdient haben, dass die Macherinnen und Macher damit Geld verdienen.
Szenenfotos aus Immortal Desire (1993). Ein ebenso berauschendes wie anregendes einstündiges Epos aus mehreren Jahrhunderten. (Quelle: Immortal Desire)
Unter dem euphemistischen Titel “Epigenetic Effects on Evolution caused by continuous Timetravelling” versteckt sich eine einzigartige Referenz auf einen der wichtigsten Porno-Filme der letzten Jahrzehnte. Immortal Desire (1993) von Phillip Christian stellt einen echten Wendepunkt in diesem Genre dar. Dies gilt sowohl in Bezug auf die nonlineare Erzählstruktur, die formale Strenge der Bilder als auch in Hinsicht auf die Bearbeitung des Themas. Im Hintergrund steht die Frage, nach den Einflüssen der Wiedergeburt auf das Paarungsverhalten der Menschen.
Historisch präzise wird die Geschichte der Ostindien-Kompanie von einer bisher unbekannten Beobachterposition aus beschrieben. Die Besatzer sind den Stammesgebräuchen und Geistern der Einheimischen in Neu-Guinea sehr aufgeschlossen. Hier schliesst sich auch der Kreis zur Epigenetik: noch Jahrhunderte später – im Ersten Weltkrieg und im L.A. der Jetztzeit – erliegen die Protagonisten diesen Zauberkräften. Dass Genetik jedoch auch ihre Schattenseiten hat wird die Zuschauerin am Ende leidvoll erfahren. Aber wir möchten nicht vorgreifen.
Das ambitionierte Filmprojekt, das es damals sogar in deutsche Kinos schaffte und von einem renommierten Hannoveraner Synchronstudio bearbeitet wurde, lebt von dem hohen körperlichen Einsatz aller Darsteller und -innen. Obwohl die überzeugende Sarah Jane Hamilton sich dem Verdikt des Regisseurs entgegenstellte und sich nicht von ihrer roten Schamhaarpracht befreite, glänzt sie mit einer überragenden schauspielerischen Leistung. mehr Sex, please! »
Der indische Regisseur Quashiq Mukherjee hatte sich vor zwei Jahren mit dem Film Love in India mit der Tabuisierung von Sex in Indien beschäftigt. (Den Trailer sollte man sich auf jeden Fall ansehen.) Mit Gandu (Hindi für Wichser) legte er danach einen vielbeachteten Spielfilm vor, den ich der geneigten Leserin ans Herz legen möchte. Es geht um einen jungen erfolglosen Musiker in Kalkutta, der Phantasie und Realität schwer auseinander halten kann. Gewissermaßen Trainspotting aus Bollywood mit Rap. Nicht unbedingt ein Porno aber mit expliziten Szenen.
Szene aus "The Female Voyeur" von Petra Joy. Mehr und Kaufen nach dem Klick. (Foto: Trailer)
Die (vielfach) ausgezeichnete Petra Joy hat einen neuen Film veröffentlicht, der die Phantasien vieler Frauen und Männer über Weibliche Dominanz angenehm ruhig und lustvoll in Bilder umsetzt. Über das Suget der römischen Orgie (nicht durchgängig) kann man zwar streiten, aber es lenkt möglicherweise wenig von den eigentlichen Inhalten ab und bietet genügend Identifikationsspielräume für alle Zuschauerinnen.
… was Hanna anziehen, wie sie auf dem Bett liegen soll, wenn er kurz nach ihr das Hotelzimmer betritt. Hanna finde seine Dominanz erregend, sagt Michael, sie sei “authentisch devot”. Gemerkt hat er das, als er einmal in ihrem Mund kam. Das habe sie richtig glücklich gemacht: “Die hatte fast Tränen in den Augen.” Hanna hat auch diesmal genaue Anweisungen erhalten: “Dresscode: Zieh das kurze schwarze Kleid vom letzten Mal an, zwei Knöpfe offen. High Heels, kein BH, kein Slip. PS: Vergiss deine Spielzeugtasche nicht!”
*) Bei einem östereichischem Pornofilmproduzenten ging eines Tages ein selbstgedrehtes Video ein mit der Bitte, es zu veröffentlichen. Dieser hat es angesehen und für Schrott erklärt. Einige Zeit später gab er dieses Video zusammen mit einem professionellen Band seinem Assi und sagte, dass das eine weggeschmissen werden solle und vom anderen 1000 Kopien gemacht werden sollten. … Man ahnt schon was passiert ist. … Jedenfalls riefen die Videotheken nach einiger Zeit an und forderten weitere von den gut verkäuflichen Streifen.